GALGENMUT

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Gedichte, 2007, ISBN 978-3-907764-70-1 CHF 20.00, € 13.30, zu beziehen bei der Autorin (siehe "Bestellen")

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Dazu schrieben:
Katharina Faber. Autorin.
"Ein Notvorrat für den TORNISTER - ein gelassenes Sichten der Einschläge, -
Du hast Dich der Finsternis zugewandt - und bist ihr entgangen.
Du sprichst vor Dich hin, während Du gehst.
Deine kurzen Gedichte kommen nicht aus dem Stillstand, auch nicht
wenn sie "von der Zeit ohne Erbarmen" reden.
Das Leben die geglückte Flucht - bricht durch und so wächst der
Tag "hinter Deinen Augen." -
Deine Texte sind eine grosse Ermutigung - bei aller Trauer."

Valentin Herzog in seinem DKP*)
Das Kulturelle Privatnetz Nr. 012 12. Januar 2008
Bleiern der See zwischen seinen Bergwäldern, Bergwiesen – gestern noch Schnee, heute noch Stille, morgen immer noch hinterm Wald ... Hier ist der jüngste Panther geschrieben, zusammengestellt und redigiert worden. So kommt er – durchaus saisonkonform – etwas weniger hektisch daher als bisher: Zwei lyrische Neuerscheinungen stehen diesmal im Mittelpunkt.

galgenmut

Kluge Wortwahl, subtiler Sprachwitz, geschärfte Metaphorik, feinstes Gespür für Klang und Rhythmus – so etwa sieht das Rüstzeug moderner Lyriker aus, die sich die traditionellen Gestaltungsmittel des Gedichts wie Reim und Versmass, schwellende Symbolik und erzählbare Inhalte weitgehend verbieten. Über dieses Rüstzeug, und zwar in höchster Perfektion, verfügt auch Ingeborg Kaiser. Was ihre Gedichte aber unverwechselbar macht, ist ein Weiteres, nämlich die Kunst, auch den Gedankenrhythmus spürbar zu machen, irritierend, bisweilen fast schmerzhaft:

einmal
abheben über
die dächer nur
kurz aber
doch

Der Zeilenbau synkopiert hier den Fluss der Gedanken, zwingt den Leser, den Text neu zusammenzusetzen, was ihn mit beunruhigenden Fragen konfrontiert: Offensichtlich möchte das lyrische Ich einmal abheben. Aber soll es dabei nur über die dächer gehen, was heissen würde, dass man sich eigentlich höhere Flugziele vorstellen könnte? Oder genügt es schon über die dächer zu kommen, auch wenn der Flug nur kurz ist? Gerade dass diese Frage sich nicht beantwortet – man mag den Text drehen und wenden wie man will –, führt den Diskurs, in den jeder ernsthafte Leser eines Gedichtes sich einlässt, auf eine neue Ebene, in deren Weite man sich wohl nur mit galgenmut hinauswagt. Dank ihrer herben Sparsamkeit sind Ingeborg Kaisers Gedichte immer Herausforderung und mutige Antwort zugleich:

jede nacht
die reise zu
den quellen
jede nacht
näher dem
tod

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